Samstag, 8. Januar 2011

Eine neue Geschichte, ein neues Bild.

Ok, ihr lieben Menschen, endlich giebt es wieder eine neue Geschichte mit allem Drum und Dran und so.                                                           




                                                               Spaziergang

Vor mir läuft eine Frau. Sie ist vielleicht dreißig, trägt Jeans, Stiefel und eine dicke Daunenjacke und hat braunes Haar, das ihr bis zur Hüfte reicht. Ansonsten ist nichts Auffälliges an ihr. Im übrigen kenne ich Sie auch gar nicht. Ich folge Ihr.
Immer mit einigem Sicherheitsabstand, so das Sie nichts davon merkt. Es ist ungefähr Mittag und alles ist voller Menschen, obwohl es sehr kalt ist und es schon wieder zu schneien anfängt. Wenn Sie in einen Laden geht, achte ich darauf ob viele Menschen drinnen sind. Ist das der Fall, kann ich auch hinein gehen und mich unbemerkt in ihrer Nähe aufhalten. Wenn sie hinaus geht, folge ich ihr etwas später nach. Aber die schönsten Augenblicke sind die, wenn ich auf der Straße direkt hinter oder neben ihr laufe und dabei ihren Geruch wahrnehme. Der an sich nichts Besonderes ist, nur ein leichter Parfümgeruch, aber trotzdem ist dieser Geruch eine der intimsten Sachen, die es an einem Menschen gibt. Wenn man das riecht, meint man immer sofort den jeweiligen Menschen ein bisschen besser zu kennen. Es hat auch überhaupt keinen besonderen Grund, warum es ausgerechnet Sie ist, hinter der ich herlaufe. Vor drei Tagen war es ein älterer Mann in einem blauen Arbeitsoverall und vor etwa einer Woche irgendein Jugendlicher. Ich folge ihr auf diese Weise fast durch die ganze Stadt, schon in dem Wissen, dass es nicht ewig so weiter gehen kann.
Es wird allmählich dunkel, trotzdem sind immer noch viele Menschen auf der Straße. In der Ferne kann man gerade noch zwei riesige Fabrikschlote erkennen, aus denen ununterbrochen Rauch aufsteigt. Auf beiden Seiten der Straße befinden sich nun Mietskasernen, in undefinierbaren Farben. Irgendwo ist ein Fenster offen, aus dem man leise die Titelmelodie irgendeiner Zeichentrickserie hören kann.
Während ich noch zu erkennen versuche um was es sich für eine Melodie handelt, schließe ich schwer atmend zu der Frau auf, packe Sie an den Schultern und werfe Sie zu Boden. Als Sie auf dem Rücken liegt, knie ich mich auf ihre Brust, so dass Sie sich nicht wehren kann, und beginne Sie zu würgen. Um uns herum laufen immer noch Menschen die sich nicht weiter daran zu stören scheinen, oder uns gar nicht bemerken. Ich versteh nicht warum, aber es ist jedes mal so.
Schon nach kurzer Zeit liegt nur noch ein toter Körper, mit eingedrücktem Kehlkopf und Würgemalen am Hals unter mir. Es ist immer furchtbar das zu tun, aber leider Gottes auch eine Notwendigkeit. Nachdem ich ihr den ganzen Tag gefolgt bin, kann ich Sie nun mal nicht einfach so gehen lassen.
Während ich noch auf ihr knie und meine Hände um ihren Hals gelegt habe, läuft ein kleiner Junge mit seinem Vater vorbei. Im vorbeigehen höre ich ihn fragen was denn der Mann da auf dem Boden macht. Als ich runter schaue und anstelle eines Halses nur Luft zwischen meinen Händen spüre, frage ich mich das Selbe. Umständlich stehe ich auf, klopfe den Dreck von meinen Knien und gehe endlich nach Hause.




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